Die Ressorts.
Vom Dialektwort bis zur Kirchweih — sechs Felder, in denen wir kontinuierlich publizieren.
- № i
Dialekt
Das Ressort, in dem wir das ostfränkische Wortmaterial sortieren — Etzerdla, Bobbela, Schmarrn, Gscheidhaferl, fei. Nicht als folkloristische Sammlung, sondern als lebendiges Sprechen: welche Wörter halten sich in Mittelfranken, welche sind aus dem Alltag verschwunden, welche Bedeutungsverschiebungen finden gerade statt. Mit Notaten zu Generationenwechsel, Stadt-Land-Verteilung in Nürnberg und Umgebung, und einem laufenden Glossar fränkischer Diminutive (-la, -le, -erla). Wer „Etzerdla a Brodla“ nicht direkt einordnen kann, lernt es hier — Wort für Wort, ohne Wörterbuch-Pathos.
→ - № ii
Wirtshaus
Wirtshauskultur in Mittelfranken — Stuben mit Holzvertäfelung, handgeschriebene Tageskarten, das fränkische Bier in der Steinkrug-Tradition. Wir berichten über Wirtshaus-Architektur (Stube, Saal, Nebenzimmer), über die Karten-Konventionen (Brotzeit, Schmankerl, Brotzeitbrettla), über die Bedeutung der Stammtische. Ohne Nostalgie und ohne Lokal-Imitation: Wir schauen, wie die fränkische Wirtshaus-Form sich verändert, was sie ausmacht, und welche neuen Wirtshäuser zwischen Bamberg, Erlangen und Nürnberg die Linie weiterführen.
→ - № iii
Schmankerl
Was in Mittelfranken auf den Tisch kommt — fränkische Bratwurst (kurz, mager, gegrillt), Lebkuchen (mit oder ohne Oblate), Brotzeitbrettla mit Käse, Wurst, Radi. Wir nehmen die Schmankerl ernst, vergleichen Zutaten, Mahlgrade, Bratverfahren und Brotsorten dazu. Mit Notaten zur „Brotzeit“ als Mahlzeit-Form, zur Bratwurst-Schule (Würzburg, Coburg, Nürnberg), zum Lebkuchenmehl im Verhältnis zum Honig, und zu fränkischen Käsesorten aus Hofkäsereien zwischen Steigerwald und Frankenalb.
→ - № iv
Markttage
Die Wochenmärkte zwischen Hauptmarkt und kleinen Dorfplätzen. Welche Stände stehen wo, welcher Markt ist welcher Wochentag, welche Bauernmärkte führen welche Sorten. Wir mappen Mittelfranken nach Markttagen — Nürnberg-Hauptmarkt, Fürth-Grüner Markt, Erlanger Schlossplatz, kleinere Orte im Aischgrund. Mit Notaten zu Saison-Verläufen (Spargel, Erdbeere, Kürbis), zu Bauern, die mehrere Märkte parallel beliefern, und zu Verkaufs-Ritualen, die sich seit Generationen halten.
→ - № v
Kalender
Der fränkische Festkalender — Kirchweihen („Kerwa“), Sommerfeste, die Blaue Nacht in Nürnberg, Weinfeste an der Frankenalb-Kante, Brauereifeste, das Christkindlesmarkt-Vorgewitter. Wir berichten chronologisch, mit kurzen Vorab-Notaten und längeren Nach-Berichten, ohne in Eventkalender-Floskeln zu fallen. Mit Augenmerk auf kleine Kirchweihen in Dörfern um Nürnberg, in denen Tracht, Tanz und Stangenklettern noch zur Sache gehören.
→ - № vi
Handwerk
Handwerk in Mittelfranken — kleine Brauereien zwischen Aischgrund und Frankenalb, Bäckereien mit eigenem Sauerteig, Schreiner, die noch fränkische Stuben einrichten, Korbflechter, Sattler. Wir besuchen, hören zu, schreiben mit. Keine Lifestyle-Portraits, sondern Berichte über Werkstätten, Verfahren, Nachfolge-Fragen. Mit Querverweisen zu Wirtshaus und Schmankerl, wo das Handwerk auf den Tisch kommt.
→